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Die Europäische Union produziert pro Jahr etwa 26 Millionen Tonnen Plastikmüll. Nur ein Drittel davon wird recycelt. 85 Prozent – und damit der überwiegende Teil der in Europa an den Stränden angespülten Abfälle bestehen aus Kunststoff. Bei massenhaft auftretendem Kunststoff oder Plastik denkt man meist an Plastiktüten. Dabei gibt es viele andere, längst selbstverständliche Gegenstände des Alltags aus Plastik, darunter auch Trinkhalme. Ab 2021 sollen Plastiktrinkhalme, die bislang in Gastronomie und Privathaushalten zum Standard gehören, nun EU-weit verboten sein.

Kleiner Trinkhalm – großes Müllproblem

Man mag es kaum glauben, aber wir verbrauchen alleine in Deutschland jedes Jahr etwa 40 Milliarden Plastiktrinkhalme. In den USA sind es sogar täglich 500 Millionen, insgesamt sollen weltweit 3 Milliarden Trinkhalme täglich verbraucht werden. Jeder Einzelne steht also für ein gigantisches Müllvolumen.

Papierstrohhalme oder Mehrweg-Plastikstrohhalme

Der Gesetzgeber hat zunächst als Alternative an Papierstrohhalme oder solche gedacht, die zwar aus Kunststoff bestehen aber wieder verwendbar sind. Um das zu erreichen, müssten sie aus härterem und widerstandsfähigerem Kunststoff als bisher hergestellt werden.

Trinkhalme

Trinkhalm-Alternativen aus anderen Materialien

Trinkhalme werden zum Teil auch aus anderen Materialien gefertigt oder sind als solche denkbar. Zu diesen Materialien gehören Edelstahl, Silikon oder Glas sowie solche aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Bambus oder Maisstärke. Auch an den Klassiker, an den Trinkhalm als Strohhalm, denkt man dabei.

Nudeln als essbare Strohhalme

Trinkhalme sind aber deshalb unter den Plastikkleinartikeln etwas Besonderes, weil man sich gut vorstellen konnte, in der Gastronomie oder dem Privathaushalt einen essbaren Ersatz zu finden. So wie in einer Eisdiele die Eistüte aus Waffelteig besteht und nicht aus Plastik, war eine Analogie beim Trinkhalm schnell umsetzbar. Sehr nah lag zunächst eine Nudel etwa in Dicke einer Makkaroni. Der Vorteil liegt im vorhandenen Produktionsprozess, der Nachteil darin, dass kaum jemand die Nudel zum Getränk essen wird. Deshalb haben sich Tüftler essbare Halmmaterialien überlegt, die aus anderen schmackhafteren Materialen bestehen:

Trinkhalme aus Apfel

So wurde der Trinkhalm als Genussartikel angedacht und produziert. Es gibt inzwischen Trinkhalme, die aus den Überbleibseln der Apfelsaftproduktion hergestellt werden, dem sogenannten „Apfeltrester“. Denn bei der Saftherstellung fällt viel Fruchtfleisch an. Die Fruchtmasse mit ihren Apfelfasern wird mit Pektin stabilisiert und zu Halmen gepresst, die acht Monate haltbar sind. Der Halm schmeckt nach Apfel, verfärbt das Getränk zum Teil und wird nach einer halben Stunde weich. Der Apfelgeschmack-Halm ist vor allem dann geeignet, wenn man gerne Äpfel isst – und das wären relativ viele Nutzer.

Der Halm hat folgende Vorteile:

  • Geschmack: In Tafelwasser oder Mineralwasser entfaltet sich der Apfelgeschmack am deutlichsten, in Fruchtsäften oder Cola kaum bis gar nicht. Eine Alternative gibt es auch mit Erdbeergeschmack.
  • Umwelt: Unabhängig davon ob man gerne Apfel- oder Erdbeergeschmack mag, ist der Halm über den Biomüll entsorgbar und vollständig biologisch abbaubar.
  • Haltbarkeit: Konsistenz und Haltbarkeit essbarer Halme sind davon abhängig, wie lange sie in der Flüssigkeit bleiben. Eine halbe Stunde sollte hier bei Kaltgetränken als Richtwert dienen, bei Heißgetränken, die meist sowieso schneller getrunken werden, ist die Zeit kürzer anzusetzen.
  • Konkurrenz zum Papierhalm: Essbare Trinkhalme sind länger in Flüssigkeit haltbar als Papierhalme.
  • Kosten: Je nach Abnahmemenge kosten essbare Trinkhalme aus Apfel zwischen 10 und 36 Cent pro Stück. Das ist das Mehrfache des Preises von etwa 2 Cent pro Plastikhalm – die Umweltbelastung nicht mit eingerechnet. Würde man hinzurechnen, welche Kosten noch entstehen, um die Meere zu säubern, ist die essbare Variante vermutlich inklusive Umweltbilanz deutlich günstiger.
Trinkhalme aus Zucker

Ein anderer fester Stoff, der für die Trinkhalm-Herstellung infrage kommt, ist Zucker. Auf dem Markt verfügbare Trinkhalme werden aus Glucose hergestellt und eignen sich dementsprechend auch für Heißgetränke, sofern man sie sowieso zuckern würde. Hierbei ist allerdings die Haltbarkeit kürzer. Diese liegt bei normaler Raumtemperatur und in Kaltgetränken normalerweise bei etwa 30 Minuten. Ein Halm, den man als Süßigkeit betrachten kann, hat 23 Kalorien und ist in vier Geschmacksrichtungen verfügbar: Schokolade, Zimt, Limette und neutral.

Trinkhalme aus Schokolade

Es gibt diverse Trinkhalme aus Schokolade:

  • aus weißer Schokolade
  • aus dunkler Schokolade
  • Süßigkeiten-Trinkhalte mit Geschmacksrichtungen wie Vanille, Erdbeere, Schokolade

Ähnlich wie die Trinkhalme aus Zucker sollte man die Schoko-Trinkhalme als funktionale Süßigkeit betrachten, meist im Zusammenspiel mit kalten Milch- oder Milchmixgetränken, flüssiger Schokolade oder Eisgetränken.

Fazit:

Ab 2021 tritt EU-weit ein Verbot für Plastiktrinkhalme in Kraft. Bis dahin müssen Alternativen entwickelt werden. Bislang gibt es neben Trinkhalmen aus Papier oder Edelstahl auch essbare Trinkhalme aus diversen Materialien. Sie sind eine funktionale und umweltgerechte Alternative.

Tipp:

Lesen Sie auch unseren Artikel Plastikfrei einkaufen.

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